Die fünf Seiten, die jede Handwerks-Website braucht
Startseite, Leistungen, Referenzen, Über uns, Kontakt. Mehr braucht es am Anfang nicht, aber auf jeder dieser Seiten entscheidet sich, ob aus einem Besucher eine Anfrage wird. Was hineingehört und woran es meistens scheitert.
Die häufigste Frage im Erstgespräch lautet: „Wie viele Seiten brauchen wir denn?" Dahinter steckt meist die Sorge, etwas zu vergessen. Die Antwort ist unspektakulär: fünf Seiten decken ab, was ein Bau- oder Handwerksbetrieb online braucht. Interessant wird es erst bei der Frage, was auf jede einzelne gehört.
Denn eine Website scheitert selten daran, dass eine Seite fehlt. Sie scheitert daran, dass auf den vorhandenen Seiten das Falsche steht: Formulierungen, die der Betrieb versteht, aber der Kunde nicht.
Vorher: Für wen schreiben Sie eigentlich?
Bevor die erste Zeile steht, lohnt eine ehrliche Antwort auf diese Frage. Die meisten Betriebe bedienen drei sehr unterschiedliche Gruppen, und die erwarten nicht dasselbe.
Sie müssen sich nicht für eine Gruppe entscheiden. Aber Sie sollten wissen, welche davon Ihr Geld bringt, und für die schreiben Sie zuerst.
1. Startseite: vier Fragen in zwanzig Sekunden
Die Startseite ist keine Visitenkarte, sondern eine Weiche. Wer hier landet, entscheidet in wenigen Sekunden, ob er weiterliest. Vier Dinge muss er in dieser Zeit beantwortet bekommen: Was machen Sie, für wen und wo, und wie erreicht man Sie.
Der häufigste Fehler ist der Begrüßungstext. „Herzlich willkommen auf unserer Homepage" sagt nichts und verbraucht den wertvollsten Platz der ganzen Website. Ersetzen Sie ihn durch einen Satz, der Gewerk und Gebiet benennt.
Schreiben Sie über den Nutzen für den Kunden, nicht über sich. „Wir sind ein traditionsreiches Unternehmen" interessiert niemanden, der ein undichtes Dach hat.
2. Leistungen: lieber eine Seite je Gewerk
Eine einzige Seite mit einer Aufzählung aller Leistungen ist schnell gebaut und hilft niemandem. Wer eine Aufstockung plant, will über Aufstockungen lesen, nicht über Aufstockungen, Carports, Terrassen und Zäune in einer Liste.
Je Leistung eine eigene Seite bedeutet: beschreiben, was dazugehört, wie ein Ablauf aussieht, was es grob kostet und wie lange es dauert. Das kostet Arbeit, beantwortet aber genau die Fragen, die sonst am Telefon gestellt werden. Nebeneffekt: Jede dieser Seiten kann bei Google für ihren eigenen Suchbegriff gefunden werden.
3. Referenzen: der Teil, der tatsächlich verkauft
Handwerk ist ein Vertrauensgeschäft, und Vertrauen entsteht über Beweise. Drei gut dokumentierte Projekte wirken stärker als dreißig Stichworte. Zeigen Sie zu jedem Projekt, was die Aufgabe war, was Sie gemacht haben und wie das Ergebnis aussieht.
Vorher-Nachher-Bilder sind hier das stärkste Mittel, das Sie haben, besonders bei Sanierung, Fassade und Innenausbau. Ein Vorher-Foto kostet Sie zehn Sekunden auf der Baustelle. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, auch wenn noch niemand danach fragt.
Dazu gehören Kundenstimmen. Wichtig ist nur, dass sie echt wirken: Vorname, Ort, konkreter Bezug zum Projekt. Anonyme Lobeshymnen ohne Herkunft schaden eher, als dass sie helfen.
4. Über uns: Menschen statt Floskeln
Diese Seite wird häufiger aufgerufen, als die meisten Betriebe vermuten, vor allem von Privatkunden, die jemanden ins Haus lassen sollen. Sie wollen sehen, wer kommt.
Was hilft: Teamfoto, Namen, ein Absatz Betriebsgeschichte, zwei Sätze darüber, worauf Sie Wert legen. Was nicht hilft: Stockfotos von lächelnden Menschen mit Bauhelm, die nie in Ihrem Betrieb waren. Ein ehrliches Foto aus der Werkstatt schlägt jedes gekaufte Bild.
5. Kontakt: jedes Pflichtfeld kostet Anfragen
Telefonnummer und E-Mail gehören nicht nur auf die Kontaktseite, sondern auf jede Seite, oben im Kopf und unten im Fuß. Wer den Hörer in die Hand nehmen will, soll nicht suchen müssen.
Beim Formular gilt eine einfache Regel: Jedes zusätzliche Pflichtfeld kostet Anfragen. Name, Kontaktmöglichkeit, Anliegen: mehr brauchen Sie nicht, um zurückzurufen. Anrede, Straße, Hausnummer und Wunschtermin können Sie im Gespräch klären.
Was Sie vor dem Start zusammentragen sollten, egal wer die Seite baut:
Und danach? Fünf Seiten sind ein Anfang, kein Abschluss
Eine Website ist kein Werkstück, das fertig wird. Neue Projekte gehören in die Referenzen, neue Leistungen brauchen eine Seite, und Öffnungszeiten über die Betriebsferien wollen gepflegt sein. Wer zweimal im Jahr eine Stunde investiert, hält den Auftritt aktuell.
Wenn Sie mit diesen fünf Seiten anfangen und jede einzelne ernst nehmen, sind Sie weiter als die meisten Betriebe in Ihrer Region. Alles Weitere (Karriereseite, Blog, Ortsseiten) kommt dann, wenn es einen Grund dafür gibt.
Gestaltet die Seiten, verantwortet Serverbetrieb, Sicherheit und die DSGVO-Umsetzung. Führt die Erstgespräche und steht mit Kamera und Drohne auf den Baustellen unserer Kunden.
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