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Warum Ihr Betrieb bei Google nicht auftaucht und was zuerst hilft

Die meisten Handwerksbetriebe scheitern nicht an der Konkurrenz, sondern an drei banalen Dingen. Wir gehen der Reihe nach durch, was Sie an einem Nachmittag selbst erledigen können, ohne Agentur und ohne Werkzeug, das Geld kostet.

Smartphone mit geöffneter Google-Suche, dahinter unscharf das Google-Logo auf einem Bildschirm

„Wir haben eine Website, aber es kommt nichts." Diesen Satz hören wir in Erstgesprächen regelmäßig, und meist ist die Seite weder alt noch kaputt. Sie sieht ordentlich aus, funktioniert technisch, und trotzdem findet sie niemand. Die Ursache liegt fast nie im Design.

Der Reihenfolge nach: Das sind die drei Punkte, die uns dabei am häufigsten begegnen. Alle drei können Sie selbst prüfen, ohne Werkzeug, das Geld kostet.

1. Auf Ihrer Website steht nicht, wo Sie arbeiten

Suchmaschinen zeigen Handwerksbetriebe fast ausschließlich lokal an. Wer „Zimmerei" eingibt, bekommt Betriebe in der Nähe, nicht die schönste Website Deutschlands. Damit Google Ihren Betrieb einem Ort zuordnen kann, muss dieser Ort auf der Seite auch vorkommen. Nicht einmal im Impressum, sondern dort, wo Sie über Ihre Arbeit schreiben.

Typisch ist ein Startseitensatz wie „Ihr Partner für Holzbau". Kein Ort, kein Landkreis, keine Umgebung. Fachlich richtig, für die Suche wertlos.

Schreiben Sie die Orte hin, in denen Sie tatsächlich Aufträge annehmen. Nicht fünfzig, sondern die acht, zu denen Sie wirklich fahren.

Konkret: ein Satz auf der Startseite mit Sitz und Einzugsgebiet, je Leistungsseite eine Formulierung, die Gewerk und Region verbindet, und eine Seite, auf der Sie Ihr Gebiet ehrlich benennen. Damit ist der größte Teil erledigt.

2. Ihr Google-Unternehmensprofil ist leer

Für viele Betriebe ist das Profil wichtiger als die Website selbst: es erscheint über den Suchergebnissen, direkt mit Telefonnummer und Route. Wer dort nur Name und Adresse hinterlegt hat, verschenkt den prominentesten Platz, den er bekommen kann.

Was hineingehört, in dieser Reihenfolge:

01Alle Leistungen einzeln eintragen, nicht „Bauarbeiten", sondern Dachstuhl, Aufstockung, Carport.
02Einzugsgebiet über die Servicebereiche hinterlegen, mit den Orten, zu denen Sie fahren.
03Echte Fotos vom Betrieb und von fertigen Projekten, keine Symbolbilder.
04Öffnungszeiten und Telefonnummer aktuell halten, auch über Betriebsferien.
05Nach jedem abgeschlossenen Auftrag um eine Bewertung bitten.

Zu Bewertungen eine unbequeme Wahrheit: Sie müssen danach fragen. Kein zufriedener Kunde schreibt unaufgefordert eine Rezension. Der beste Zeitpunkt ist die Abnahme, wenn das Ergebnis vor Ihnen steht, nicht die Rechnung drei Wochen später.

3. Die Seite lädt zu langsam für das Handy auf der Baustelle

Ihre Besucher sitzen nicht am Glasfaseranschluss. Sie stehen zwischen zwei Terminen im Auto und haben zwei Balken Empfang. Lädt Ihre Startseite dann vier Sekunden, ist ein erheblicher Teil vorher weg, und Google bewertet die Geschwindigkeit zusätzlich als Ranking-Faktor.

Die Ursache ist fast immer dieselbe: unkomprimierte Bilder. Ein Foto, das die Kamera mit sieben Megabyte ausspuckt und ungeprüft hochgeladen wird, bremst die Seite härter als jedes Skript. Bevor Sie über Technik nachdenken, prüfen Sie die Bilder.

Prüfen können Sie das selbst: Google PageSpeed Insights aufrufen, Adresse eintragen, den Mobil-Wert ansehen. Alles unter 50 braucht Aufmerksamkeit, alles unter 30 ist ein Problem.

Welche Kategorie sollte mein Unternehmensprofil haben?

Die Hauptkategorie im Google-Unternehmensprofil ist die einzelne Einstellung mit dem größten Einfluss darauf, ob Sie im Kartenbereich auftauchen. Und sie wird regelmäßig falsch gesetzt. Ein Zimmereibetrieb, der unter „Bauunternehmen" läuft, konkurriert plötzlich mit Generalunternehmern statt mit anderen Zimmereien, und verliert genau die Suchanfragen, für die er der passende Treffer wäre.

Die Regel ist einfach: Die Hauptkategorie ist das, was Sie sind, nicht das, was Sie auch machen. Alles Weitere kommt in die Zusatzkategorien, von denen Sie mehrere hinterlegen dürfen. Ein Dachdecker, der auch Bauklempnerei macht, wählt „Dachdecker" als Haupt- und „Klempner" als Zusatzkategorie, nicht umgekehrt und nicht beides gleichrangig.

Prüfen Sie zusätzlich die Servicebereiche. Viele Profile stehen auf dem Standardradius, den Google beim Anlegen vorgeschlagen hat. Tragen Sie stattdessen die Orte ein, in die Sie tatsächlich fahren: als Ortsnamen, nicht als Kilometerangabe. Das ist dieselbe Logik wie beim ersten Punkt, nur an einer Stelle, die die meisten Betriebe nie wieder anfassen, nachdem sie das Profil einmal angelegt haben.

Warum stehen überall andere Angaben zu meinem Betrieb?

Ihr Betrieb steht wahrscheinlich in mehr Verzeichnissen, als Sie angelegt haben. Branchenbücher übernehmen Daten automatisch voneinander, und dabei entstehen über die Jahre Abweichungen: die alte Telefonnummer, die Adresse ohne Hausnummernzusatz, mal „GmbH", mal ausgeschrieben, mal gar nichts.

Für Google sind das Hinweise darauf, wie verlässlich die Angaben zu Ihrem Betrieb sind. Wenn fünf Quellen fünf verschiedene Telefonnummern nennen, ist keine davon ein starkes Signal. Fachleute nennen das NAP-Konsistenz: Name, Adresse, Telefonnummer, überall identisch geschrieben.

Der Aufwand ist überschaubar und einmalig: Legen Sie eine Zeile fest, wie Ihr Betrieb geschrieben wird, samt Rechtsform und Telefonformat. Dann suchen Sie Ihren Firmennamen bei Google und arbeiten die ersten zwei Seiten Treffer durch. Gelbe Seiten, Das Örtliche und 11880 sind fast immer dabei, und aus diesen Quellen speisen sich viele kleinere Verzeichnisse. Korrigieren Sie sie dort, wandert die Korrektur mit der Zeit weiter.

Wie gehe ich mit Bewertungen um?

Zwei Zahlen zählen, und die zweite überrascht die meisten. Die erste ist die Anzahl: Ein Profil mit zwölf Bewertungen wirkt anders als eines mit zwei, für Google wie für den Leser. Die zweite ist der Abstand zur letzten Bewertung. Ein Profil, dessen jüngste Bewertung von vor zwei Jahren stammt, sieht aus wie ein Betrieb, bei dem seit zwei Jahren nichts passiert ist.

Daraus folgt eine unbequeme, aber wirksame Gewohnheit: nach jedem abgeschlossenen Auftrag fragen, nicht nur nach den besonders gelungenen. Am einfachsten geht das mit einem kurzen Link, den Sie in Ihrem Profil erzeugen und per Nachricht schicken können, während Sie noch beim Kunden im Hof stehen.

Und antworten Sie auf jede Bewertung, auch auf die guten. Eine Antwort zeigt dem nächsten Leser, dass jemand zuhört. Bei einer schlechten Bewertung gilt: sachlich bleiben, den Vorgang benennen, eine Lösung anbieten. Diese Antwort schreiben Sie nicht für den verärgerten Kunden, sondern für die dreißig Leute, die sie danach lesen.

Reicht es, wenn die Seite schnell aussieht?

Nein, und das ist der Grund, warum das Bauchgefühl hier oft täuscht. Google misst drei konkrete Dinge, und zwei davon merkt man erst, wenn man darauf achtet.

Das erste ist die Zeit, bis der größte sichtbare Inhalt steht, meist Ihr Titelbild. Unter zweieinhalb Sekunden gilt als gut. Das zweite ist die Verzögerung, bis die Seite auf eine Berührung reagiert; ärgerlich vor allem bei Menüs, die kurz nach dem Antippen nichts tun. Das dritte ist das Springen des Layouts beim Laden: Wenn ein Bild nachträglich Platz beansprucht und der Text verrutscht, während jemand gerade liest, zählt Google das als Mangel, und Ihr Besucher tippt daneben.

Alle drei Werte stehen im selben PageSpeed-Bericht, den Sie oben schon aufgerufen haben. Für die ersten beiden sind komprimierte Bilder und ein vernünftiger Server die Antwort. Gegen das Springen hilft, dass jedem Bild seine Größe mitgegeben wird, eine technische Kleinigkeit, die Ihr Dienstleister in Minuten erledigt, wenn Sie ihn darauf ansprechen.

In welcher Reihenfolge Sie vorgehen

Zuerst die Texte um Orte und Gewerke ergänzen, dann das Unternehmensprofil vollständig befüllen und die Kategorie prüfen, danach die Bilder komprimieren. Die Verzeichniseinträge und die Bewertungen laufen nebenher weiter, weil sie ohnehin Wochen brauchen. Für keinen dieser Schritte brauchen Sie ein neues Design oder neue Technik, und in dieser Reihenfolge bringt jeder Schritt für sich schon etwas.

Der Punkt, der erfahrungsgemäß am meisten Überwindung kostet, ist das Fragen nach Bewertungen. Er lohnt sich trotzdem: Bewertungen wirken sowohl auf das Ranking als auch auf die Entscheidung dessen, der Ihr Profil gerade liest.

Und die Reihenfolge ist hier alles: Ein neues Design auf einer Seite, die niemand findet, ändert nichts. Erst gefunden werden, dann überzeugen.

Yannick Kionga, Webdesign, Technik & Datenschutz bei Weblegenden
Geschrieben von
Yannick Kionga
Webdesign, Technik & Datenschutz bei Weblegenden

Gestaltet die Seiten, verantwortet Serverbetrieb, Sicherheit und die DSGVO-Umsetzung. Führt die Erstgespräche und steht mit Kamera und Drohne auf den Baustellen unserer Kunden.

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